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Schön

Eine Nachricht aus der Vergangeheit

Ich mag es gern, wenn ich Notizen fremder Leute finde.
Jede Nachricht von Menschen, die ich gar nicht kenne und die unverhofft meine Wege kreuzt finde ich spannend.
Einkaufszettel zum Beispiel, die in Einkaufwägen der Supermärkte liegen geblieben sind nachdem die Beute im Auto verstaut worden ist.
Ich lese gerne was die Leute so alles einkaufen und   -ja ich gebe es zu-  ich amüsiere mich auch gerne über die vielerlei Schreibweisen, die es für so einfache Worte wie Schokolade oder Fischstäbchen gibt.

Besonders gern mag ich es, wenn ich eine Allerwelts – Nachricht aus der Vergangenheit finde.
Keine Literatur oder klugen Sprüche. Weder Gedichte, noch Segenswünsche … einfach nur Spuren eines banalen Alltags, der statt gefunden hat lange vor meiner Zeit.

Diese Kiste zum Beispiel. Sie scheint ein Vor-Vor-Vorgängermodel der gelben Versandkartons zu sein, die wir heute in den Postfilalen kaufen.
Zugenagelt, adressiert und per Einschreiben wurde diese Holzbox offenbar nach Regensburg verschickt. Und zwar aus der Münchener Cuvilliesstrasse, eine der feinsten Adressen der Stadt.
Warum die Adresse innen steht, lässt sich für mich nur so erklären, dass der Deckel von irgendwem, irgendwann einmal abgenommen und anders herum neu angeschraubt wurde.
Ich würde schrecklich gern wissen was seinerzeit in der Holzkiste verschickt worden ist. 

Eigentlich wollte ich die Regensburger Holzkiste genau so raumseelegrün streichen wie die obere und ihr vielleicht sogar so einen schicken Mini-Porzellanknauf verpassen …
Aber ich habe es nicht übers Herz gebracht, die krackelige Schrift zu übermalen.

Meine allerliebste Allerweltsnachricht aus der Vergangenheit ist aber diese hier auf der Rückseite eines geprägten Pappestücks. 


Offenbar war kein Papier zur Hand, als hier schnell, schnell ein Kuchenrezept aufgeschrieben werden sollte.
Wenn ich es richtig entziffere, dann hätte es ein „1 Pfunds Kuchen“ (?) werden soll mit 600 b, was vielleicht abgekürzte Butter ist … und 400 Gramm Zucker … den Rest kann ich nicht entziffern, bis auf das Datum, Dezember 1940. Die Schreiberin ist offenbar ohnehin abgelenkt worden und das Werk blieb unvollendet. Kann jemand von euch die ungeklärten Worte entziffern oder liest gar ganz andere Sachen als ich aus dem Rezept?

Kuchen hin, Kuchen her! Was vorne drauf steht ist auch schön. Und vor allem lesbar! 
Und segensreich! Ein schöner, kleiner Spruch für uns mit dem wir Schwung holen um ins Wochenende einzubiegen!
Und egal wer hier was glaubt und an wen … ich wünsche einen gesegneten Freitag für euch alle! 

By Martina Goernemann, 21. April 2017
  • 59
59 Comments
  • Lilli
    21. April 2017

    Guten Morgen! Ich lese da nichts von Kuchen, sondern:
    1 Stunde Kochen
    600 bei 700 gr Zucker
    Der erste Sch(nee?) fiel
    am 22. Dezember
    Ich liebe solche Botschaften auch, später erzähle ich euch noch was dazu! Jetzt erst mal Kinder wecken…..

    • Martina Goernemann
      21. April 2017

      Ich lach mich kaputt! Wunderbar! Ja, bitte! Ich freu mich riesig, wenn du mir diese Schrift „übersetzen“ kannst. Bis später! Herzlich! Martina

  • Reserl
    21. April 2017

    Guten Morgen liebe Martina,
    sehr schöne Funde, ich mag so was auch total gerne, aber leider kann ich dir bei dem Rezept auch nicht weiterhelfen….
    Alles Liebe vom Reserl

  • Katrin
    21. April 2017

    …eine Stunde kochen…
    Der erste Schnee fiel am…;-)
    Ich denke das müsste die Botschaft sein Martina;-)
    … Guten Morgen:)
    …in irgendeinem Sonntagsblatt war ja mal die Rede von den alten Schriftarten…. Da hab ich kurz erzählt, dass ich als Kind mal Briefe in Kurrentschrift geschrieben habe… Leider kann ich mich nicht mehr an alles erinnern, aber ein bisserl geht noch.
    Manchmal hübsche ich Geburtstagsgeschenke so auf;)

    Ich wünsch euch allen einen wunderbaren Tag OHNE Schneefall! – Bei uns im Norden der Steiermark gabs ja 70cm gestern! Uff! Zum Glück bin ich da weit entfernt, aber wir müssen schauen, ob alle Pflanzen die Nacht überlebt haben!

    Martina, gibt’s schon Nachrichten von deinem Müffelschränkchen??

    Ganz liebe Grüße
    Katrin

    • Katrin
      21. April 2017

      – ach, Entschuldigung! Die Nachricht von Lilli sehe ich erst jetzt!!!..
      Aber ich wünsch euch trotzdem keinen Schnee heute!
      Schönen Taaaaag! Katrin:)

    • Martina Goernemann
      21. April 2017

      … es müffelt noch, aber schon weniger! Allerdings bin ich noch lange nicht durch mit allen tollen Raumseeletipps! :-)))) Und lustig ist, dass die unteren Schubladen sich offenbar leichter entmüffen lassen als die oberste! Sehr spooky! Happy Freitag wünscht Martina

  • Ines
    21. April 2017

    Guten Morgen Martina, da haben wir mal wieder eine Gemeinsamkeit. Ich hebe auch alle möglichen Zettel vom Boden auf. Oder aus den Einkaufswägen.
    Leider liegen hier auf dem Land nicht so viele Zettel herum. Da beneide ich die Städter dann doch des öfteren.
    Die Kiste ist wirklich toll. Gut dass du sie nicht streichst.
    Liebste Grüße von Ines

  • Babsy
    21. April 2017

    Hallo Martina,
    was mich beunruhigt ist das “ Z “ auf der rechten Seite …. denn eins meiner Kinder
    ( jetzt schon 31, 30 und die kleinen 23 und rücken immer noch nicht raus wer es war)
    hat im ganzen Haus ein “ Z “ gekritzelt. Wir finden sie jetzt noch in Schubläden , auf Wänden, in Heften, in Büchern …. immer sehr klein und versteckt.
    Und er hat sich auch auf deiner Karte verewigt …. 🙂

  • Monika
    21. April 2017

    Guten Morgen liebe Martina, guten Morgen liebe Raumseelen!
    Oh ja, ich liebe auch solche Nachrichten aus der Vergangenheit. Wenn ich wo auf Urlaub war wo es besonders schön ist, suche ich im Internet nach alten Ansichtskarten aus der Gegend und kaufe dann die mit dem schönsten/lustigsten Text hinten drauf. Erst gestern hab ich wieder gestöbert und einige gefunden, die bald 100 Jahre als waren. Einfach wunderbar.
    Ich wünsche allen einen schönen Freitag und ein zufriedenes Wochenende.
    Liebe Grüße Monika

    • Katrin aus dem Norden
      21. April 2017

      Moin, Moin,

      ein paar alte Postkarten aus der Jahrhundertwende habe ich mir auch an Land gezogen, von meinem Heimatort und dem jetzigem Wohnort, v. a. die damalige Garderobe ist immer wieder bemerkenswert. Und ein altes handgeschriebenes Kochbuch meiner Großmutter wird ebenfalls gut gehütet.
      Über Einkaufszettel-Anekdoten ist ja bereits ein Buch erschienen, das ich allerdings nicht weiter kenne.
      Allen ein schönes Wochenende!

      Viele Grüße von Katrin

  • Elke
    21. April 2017

    HAllo,
    vielleicht ist es ein Rezept für Leuterzucker?

    LG
    Elke

  • Gabriele
    21. April 2017

    Guten Morgen allerseits,
    1 Stunde kochen
    600 b(is) 700 gr Zucker
    der erste Schnee fiel
    am Dezember 1970 (70 weil genauso geschrieben wie 7 bei 700)
    22.

    So les und deute ich das…;-)

    Schönen Tag ohne Schnee
    wünscht Gabriele

  • Susanne aus Frankfurt
    21. April 2017

    Guten Morgen, liebe Raumseelen!
    Was für eine schöne Karte! Wo gibt es denn so etwas? Auch auf Flohmärkten? Habe ich noch nie gesehen. Gucke ich falsch und muss viel tiefer in Kisten graben? Ich finde leider auch nie Aufstellhilfen für Postkarten, also diese kleinen Ständer. Habe mal 2 neue auf Ebay gekauft, aber die sind längst nicht so charmant. – Beeindruckend finde ich auch, dass Ihr diese alten Schriften noch lesen könnt.
    Liebe Grüße
    Susanne

  • Claudia B.
    21. April 2017

    Ich habe auf dem Dachboden meiner Großeltern den alten Holzkoffer meines Urgroßvaters gefunden. Da steht in ähnlicher Schrift die Adresse der Großeltern im Deckel. Ich liebe diesen Koffer sehr. Ich bewahre darin alte Photos auf.
    Leider kann ich zu Deiner Kiste sonst nichts beitragen. Lesen kann ich die Schrift gar nicht. Wie schön, dass das einige hier noch können.

  • Manuela H.
    21. April 2017

    Hallo Martina,
    ich tippe auch auf die Pfundskuchen-Version. Und ich vermute, dass es 600 bis 700 Gramm Butter sein sollen…
    Der Rest ist für mich leider nicht entzifferbar, weil zu hell und verblasst.
    Viele Grüße und einen schönen sonnige Freitag
    Manuela H.

  • Lilli
    21. April 2017

    So, nun habe ich etwas mehr Zeit. Ich war noch gar nicht richtig wach und hab ohne Brille auf dem Handy rumgetippt heute Morgen, das Thema hat mich aber so gepackt, dass ich direkt antworten musste :-)))
    Die Autokorrektur hat dann auch prompt noch ein paar Buchstaben dazugemogelt, die ich eigentlich nicht schreiben wollte. Also nochmal komplett, was ich da lese:
    1 Stunde kochen
    600 b 700 gr Zuker
    Der erste Schnee fiel
    am (23) Dezember 1970 (?????)
    22
    —-
    Zuerst habe ich 1940 gelesen, aber die Zahl 4 ist wohl eher eine 7, siehe oben bei 700 gr. Rätselhafte Botschaft :-))))
    Ich liebe solche Nachrichten, besonders so alte. Ich habe eine ganze Sammlung alter handgeschriebener Kochbücher, die meisten davon habe ich hier im Dorf auf dem Sperrmüll (!) gefunden. Ich könnte stundenlang darin lesen. Die Handschriften sind meist gestochen scharf und wunderschön, die Rechtschreibung oft katastrophal, damals lagen die Prioritäten der Lehrer offenbar anders. Gelernt habe ich die Sütterlin-Handschrift übrigens von meinem Opa, der konnte nämlich nichts anderes.
    Das bewegendste Erlebnis mit einer alten Handschrift hatte ich vor einigen Jahren, als ich in unserem über 400 Jahre alten Fachwerkhaus einen Deckenbalken freigelegt habe, der vorher verputzt war. Mit der Drahtbürste schrubbte ich Putz- und Lehmreste ab, als mir in einem breiten Spalt ein zusammengefaltetes Stück Papier auffiel. Ich popelte es mit einem Schraubenzieher raus und warf es auf den Schutthaufen. Dann zögerte ich, weil mir das doch irgendwie komisch vorkam – der Zettel war zu akkurat gefaltet, um bloß eine Spalte zu verschließen – und nahm ihn wieder auf. Beim Auseinanderfalten überkam mich eine Gänsehaut. Es handelte sich um eine uralte Handschrift, in dem es unter anderem um den „heiligen Geist“ ging. Viel konnte ich erstmal nicht entziffern, aber dass es „wichtig“ war, erkannte ich gleich. Der Onkel einer Freundin war glücklicherweise ein Experte für alte Handschriften und hat die Schrift entziffert und auch Hintergrundwissen dazu geliefert. Anhand von Papier, Tinte und Schriftbild hat er das Ganze zeitlich zwischen 1600 und 1650 eingeordnet. Unser Haus wurde vermutlich kurz vor dem 30jährigen Krieg (1618-1648) erbaut und während der Kriegsjahre war der Ort und damit das Haus mehrfach komplett verwaist, weil die Bewohner an der Pest verstorben waren oder vor durchziehenden schwedischen und sonstigen Truppen geflüchtet waren. Die Handschrift ist ein sogenannter Blutsegen, eine Mischung aus heidnischen und christlichen Ritualen, mit dem ein Haus, in dem schreckliche Dinge geschehen sind, wieder neu geweiht wurde. Im Text ist die Rede von Verrat und falschen Zungen…da kann man sich schon vorstellen, dass es dramatisch gewesen sein muss. Die Bewohner sollten „alle Morgen das Glauben(sbekenntnis)….5 mal …“ beten?, „so helf dir god und der lieb her iesu christ“.
    Wenn ihr Interesse habt, kann ich den Text mal komplett abschreiben. Ich kann auch ein Bild auf meinem Blog hochladen.
    Einige interessierte Herren aus unserem Ort verlangten übrigens, dass ich die Handschrift der Gemeinde überlassen müsste, um sie im Rathaus oder im Museum auszustellen. Aber da bin ich eigen, die Botschaft muss hier im Haus bleiben, sie hängt nun lichtgeschützt hinter Glas direkt unter dem Balken, in dem sie 400 Jahre versteckt war.
    Liebe Grüße
    Lilli

    • Martina Goernemann
      21. April 2017

      TOLLE Geschichte! Ich hätte die Handschrift auch keinesfalls außer Haus gegeben. Schön, dass sie bei euch geblieben ist. Was die Rückseite meiner Engel betrifft hadere ich auch mit 1970 und 1940 … aber es kann eigentlich nicht 1970 sein, denn die Pappe und die Abnutzung der Schrift deuten darauf hin, dass sie viele Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Mysteriös, gell? :-))))

    • Claudia B.
      21. April 2017

      Ohja, das würde mich sehr interessieren, Lilli.
      Wie heißt Dein Blog denn?

      • Lilli
        21. April 2017

        Mein Blog heißt lillispuppenstube.blogspot.de , ihr müsstet eigentlich draufkommen, wenn ihr auf meinen Namen über dem Kommentar klickt. Dort könnt ihr das Bild sehen.

        • Claudia B.
          21. April 2017

          Danke, Lilli. Ja, Du hast recht, ich komme zu Deinem Blog, wenn ich auf Deinen Namen klicke.

    • Bärbel
      21. April 2017

      Liebe Lilli,
      eine irre Geschichte! Bei Euch im Haus hat der Zettel genau den richtigen Platz gefunden. Ein Glücksbringer oder Friedensbewahrer. Toll!
      Liebe Grüße
      Bärbel

    • Claudia
      21. April 2017

      Hallo Lilli, was für eine tolle Geschichte! Ja, behalte den Zettel im Haus! Da gehört er hin. Du warst vermutlich genau die Richtige, um ihn zu finden. Nichts ist umsonst! Liebe Grüße. Claudia

    • Uta
      21. April 2017

      Ja liebe Lilli,das würde mir auch gefallen.Wann immer
      du mal Zeit hast,schreib uns doch noch Näheres über
      diese spannende Geschichte.
      Einen schönen Nachmittag/Abend wünsche ich euch
      Herzliche Grüße,Uta

    • Martina
      21. April 2017

      Liebe Lilli,
      oh – wenn Du ein Foto davon hier hochladen könntest, das wäre toll. Bedenke doch nur, dass es die Zeit war, als Grimmelshausen den Simplizissimus geschrieben hat.

    • Gabi
      22. April 2017

      Genau, da hat die Lilli recht!
      Wenn kochen Kuchen hieße, würde der Bogen über dem u fehlen, wie bei Stunde und Zucker. Der u-Bogen war dazu, dass man das u vom n unterscheiden konnte, war der Strich gerade hieß das nn.
      1970 heißt es, da man früher die 7 tatsächlich so geschrieben hat.
      Wir hatten in der Grundschule „Schönschreiben“ (1966 oder 67, genau weiss ich es nicht mehr wegen der Kurzschuljahre) und haben diese schöne Sütterlin-Schrift gelernt und ins 3-fach linierte Heft eher gemalt als geschrieben. Man konnte es aber auch gut gebrauchen, da alle Großtanten und mein Urgroßvater ja noch so geschrieben haben.
      Man darf aber auch nicht vergessen, dass Papier in den 60ern und 70ern noch sehr teuer war und auf allem geschrieben wurde, was Platz dafür ließ. Wenn das neue Schuljahr anfing und meine Ma für uns 3 Kinder neue Hefte und (noch schlimmer) Zeichenblöcke kaufen musste, war das richtig viel Geld. Schreiben gelernt hab ich noch auf der Plastik-Tafel mit Griffel.
      Liebe Grüße! Gabi

  • Mareike
    21. April 2017

    Guten Morgen Martina und alle Raumseelen!
    Ich liebe auch alte Botschaften, Zettel und banale Kritzeleien die man noch entziffern muss. Auf einem Flohmarkt habe ich ein großes Notenheft gekauft, da standen viele kleine Kommentare drin, die ich nur teilweise lesen konnte. Trotzdem fand ich es richtig interessant zu sehen, was eine damals junge Pianistin sich alles notiert hatte.
    Deine Aufzeichnungen kann ich leider auch nicht entziffern, aber es sind ja eine Menge Raumseelen hier die weiter helfen können.
    Ich wünsche allen einen schönen Tag. Ich bin gerade einige Tage in der schönen Stadt München und werde jetzt gleich mir das Schloss Nymphenburg anschauen. Liebe Grüße, Mareike

  • Bauke
    21. April 2017

    Guten Morgen Martina und Raumseelen,sehr spannende Geschichte,so etwas liebe ich auch.Ich habe als Kind auch diese Schrift geübt,nachdem ich bei meiner Oma alte Bücher gefunden hatte.
    Ich finde es schön,dass Du die Kiste im Originalzustand belässt.Es ist nicht in jeden Fall ratsam,die Vergangenheit zu übermalen.
    Ich frage mich jedoch ,wenn das „Rezept“ von 1940 war,ob zu dieser Zeit soviel Zucker oder Butter verfügbar war.Vielleicht aufgeschrieben für bessere Zeiten?,oder vielleicht war es auch Teil einer geheimen Botschaft,die nie abgeschickt wurde…
    Einen guten Freitag für euch alle!

  • Bauke
    21. April 2017

    …in jedem Fall… : /

  • Bärbel
    21. April 2017

    Liebe Martina,
    Lilli hat Recht „1 Stunde kochen … “ ist richtig. Und das mit dem Leuterzucker (von Elke) könnte auch passen.
    Ich kann ein wenig die alte deutsche Schrift lesen. Mein Vater schrieb sie seinerzeit noch; er hat jedoch später uns Kinder wegen die latheinische Schrift noch gelernt. Ich habe allerdings seine ganze Post in deutscher Schrift noch, die er damals aus dem Krieg an seine Eltern geschickt hat. Es sind wertvolle Erinnerungen, die ich aufbewahre.
    Bei dem Einschreiben an Herrn Josef kann es sein, dass die Adresse auf dem Deckel als innenliegende Anschrift gewertet werden kann. Damals war es üblich, ein Anschriftendoppel IN die jeweilige Sendung zu legen. Vielleicht waren die Anschriften vom Regen oftmals unleserlich geworden (??), es gab ja noch keine regenfesten Kugelschreiber. Oder einfach aus Sicherheitsgründen, falls die äußere Anschrift mal verloren ging.
    Allen einen schönen Tag. Es ist immer noch recht frisch, aber sonnig.
    Liebe Grüße
    Bärbel

  • Sonja
    21. April 2017

    Liebe Raumseelen,

    wenn man bedenkt, dass Zucker unter Kriegsbedingungen rar war und mit Lebensmittelmarken gehandelt wurde, sind 600 gr Zucker ein großer Schatz gewesen. Meine Mutter erzählte mir, dass sie auf einen Wintermantel sparte und diesen dann nicht bekommen konnte, weil ihr ein Bekleidungsmarkenpunkt fehlte. Wie groß muss ihre Enttäuschung als junges Mädchen gewesen sein. Das schönste Geburtstagsgeschenk meines Vaters auf der Flucht waren 2 schrumpelige Äpfel. Für ihn damals eine Delikatesse.

    Backrezepte duften für mich nach Vanille, weil im Rezeptbuch meiner Mama einige Rezepte von der Rückseite von Vanille-Tütchen eingeklebt waren. Das ganze Buch duftet nach Vanille. Ich habe gern darin geblättert, weil meine Mama so eine schöne Schrift hat.

    In einer alten Bibel die ich besitze, sind auf der Umschlagseite in feiner, alter Schrift die Geburts- und Sterbedaten einer Familie eingetragen.

    Mir fällt noch eine Geschichte zu Notizen ein. An der Mauer einer Autobahnbrücke kurz vor Hamburg, stand vor 25 Jahren: „Ich liebe Dich!“. Ein Jahr später war dieser Schriftzug übermalt und es stand darüber: „Leb wohl, weiße Feder!“. Meine Phantasie schlug Purzelbäume, welche (traurige?) Geschichte wohl dahinter steckt…..

    Habt ein erholsames Wochenende!

    Liebe Grüße
    Sonja

  • Claudia
    21. April 2017

    Liebe Martina. Ich tippe auch auf 1970. Meine Oma hat in den 60 ern ein Rezept auf die Rückseite eines Kalenderblatts geschrieben. Vielleicht handelte es sich bei deinem Exemplar auch um die Notizen einer älteren Dame, die es mit dem Träger für ihre Notizen nicht so ernst nahm? Auch, dass es so an den Rand geschrieben ist… Vielleicht war die Dame schon etwas durcheinander? Tüddelich? Alles Spekulation :-).

    Drückt bitte die Daumen für das Wochenende hier in Köln. Mein Mann ist im Einsatz und ich bete, dass alles friedlich bleibt. Es ist schon Ausnahmezustand in der Innenstadt. Was ist nur los auf der Welt? Irgendwie spielt alles verrückt. Liebe Grüße. Claudia

    • Martina Goernemann
      21. April 2017

      Das ist wirklich sehr nervenaufreibend, was sich da in Köln zusammen braut. Ich drücke ganz fest die Daumen dass alle friedlich bleiben. :-)))))

    • Martina
      21. April 2017

      Liebe Claudia,

      alles Gute für Deinen Mann.

    • Monika
      21. April 2017

      Liebe Claudia!
      Was ist schon wieder los in Köln. Muss ich gleich googeln.
      Ich drücke jedenfalls auch die Daumen, dass nichts passiert.
      LG Monika

    • frauke
      22. April 2017

      Liebe Claudia,
      als ich gestern Abend die Berichterstattung zu der Veranstaltung in Köln in der Tagesschau gesehen habe, hatte ich sofort an Deinen Mann gedacht.
      Ich hatte für Euch gehofft, dass er nicht dabei sein muss…..
      Ich drücke ihm und seinen Kollegen, dass alles so friedlich wie möglich verläuft.
      Mag er gesund zu Dir zurückkehren.
      Herzliche Grüsse, Frauke

  • Bauke
    21. April 2017

    Hallo Lilli,
    eine ganz tolle,interessante Geschichte.Ich fände es schön,wenn wir darüber noch Näheres erfahren könnten.
    Liebe Martina,vielleicht lässt sich das ja einmal einrichten?
    LG an euch beide!

  • Martina
    21. April 2017

    Ihr Lieben, ich denke auch, dass es Leuterzucker ist. Und zwar als Glasur für Lebkuchen. Was dann auch mit dem 22. 12. 1970 übereinstimmt. 1970 war übrigens ein ausgesprochen „heißer Advent“. Man sei noch Mitte Dezember ohne Jacke bei frühlingshaften Temperaturen spazierengegangen, habe ich gehört. Deshalb wohl auch das Festhalten der bemerkenswerten Tatsache, dass der 22. mit dem Schnee nun endlich den Winter brachte. Dass die Dame, die sich die Herstellungsweise von Läuterzucker auf dem Kartenrand vermerkte, tüddelig gewesen sei, wie Claudia vermutet, kann nicht stimmen: Sütterlin wurde nur zwischen 1935 bis 1941 unterrichtet, die Dame muss 1920kraut Jahrgang (gewesen) sein. 1970 also rüstige höchstens 50. 1970 aber waren solche Kitschkarten mit Engelchen so was von passé – das kann man gar nicht glauben. Damals wurde alles, was ca. 1920 hergestellt wurde, auf den Müll geschmissen. Ich erinnere mich, wie ich vom Küchenfenster aus beobachtete wie unsre Nachbarn eine wundeschöne Jugenstil!!!!!!waschgarnitur vor die Haustür stellten. Ich hätte diese hübsche Keramik schon damals so gerne gehabt (ich war damals 4!) aber ich wusste, dass meine Eltern schwer dagegen gewesen wären, hätte ich „im Müll gewühlt“. Zum Glück hatte der (italienische?!) Müllmann voll meinen Geschmack und „rettete“ das gute Stück, indem er es vorsichtig unterm Beifahrersitz des Müllautos barg. Tja! Ich wünsche, dass der gute Mann später mal so richtig Geld für diese außergewöhnlich hübsche Keramik gesehen hat.

    • Martina Goernemann
      21. April 2017

      Das ist wirklich mirakulös mit der Engelchenkarte … aber sie ist ganz sicher nicht von 1970. Weder die Karte noch die Schrift auf der Rückseite. Geheimnisvolle Welt! :-))))

      • Martina
        21. April 2017

        Na, ich denke, dass die Karte natürlich von 1930kraut, beispielsweise als Lesezeichen die Zeiten überdauerte und 1970 nicht mehr wertgeschätzt wurde – alter Krempel, Altpapier, auf dem man sich halt mal gschwind was notierte – Hausfrau, im Jahr 1970 fünfzig Lenze jung? :-)))))

  • Bauke
    21. April 2017

    Liebe Claudia,
    ja was für eine Welt ist das?
    Die für Ruhe und Ordnung sorgen und die Bevölkerung schützen,brauchen fast schon selber Schutz.
    Ich denke ganz fest an alle die im Einsatz sind und hoffe,dass Dein Mann heil und gesund nach Hause kommt!
    LG Bauke

    • Claudia
      22. April 2017

      Liebe Bauke, Frauke, Martina(s), Monika, liebe Raumseelen. Vielen lieben Dank für Eure Wünsche und Gedanken. Gestern ist er zumindest heil nach Hause gekommen. Jetzt ist er wieder unterwegs. Es ist ein gruseliges Gefühl hier. Wir wohnen nahe der Innenstadt. Ständig hört man Martinshorn. Es sind kaum Leute auf der Straße. Hubschrauber kreisen. Die Verabschiedung von meinem Mann eben fühlte sich anders an als sonst, wenn er zum Dienst geht. Er ist zwar nicht ganz vorne mit dabei, aber man kann sich ja heutzutage nie sicher sein. Nirgends. Zwei Polizisten wurden heute Morgen schon verletzt. Puh…. Ich werde mich jetzt versuchen mit Ausmisten und Aufräumen abzulenken. Ich wünsche uns allen einen guten und friedlichen Tag. Liebe Grüße. Claudia

      • Martina Goernemann
        22. April 2017

        Keine Sorge, Claudia! Der kleine Segensspruch von gestern wirkt auch heute noch! Heute Abend gibt es ein Glas Rotwein mit dem total übermüdeten Gatten und alles ist gut! :-))))

      • Ute S.
        22. April 2017

        Hallo liebe Claudia!
        Das wird schon …. gleich wird er nach Hause kommen und dann nimmst du ihn in den Arm und dann fühlt es sich wie immer an. 😉
        Herzliche Grüße
        Ute

  • Martina
    21. April 2017

    Liebe Lilli – neugierig wie ich nun mal bin, hab ich sofort auf Deinem blog nachgeschaut: wow!!!! superschöne Puppenstuben. Mit denen hätte ich ganz bestimmt gerne gespielt als Kind. Aber mir ist was zu Deinem sehr interessanten Papier von ca 1600 eingefallen. Für mich sieht das aus wie ein „normaler Haussegen“. Die „falschen Zungen“ beziehen sich auf Jesus, der (laut Neues Testament) verraten wurde und „gerächt“ wurde (im Sinne von „wiedergutgemacht“). Zu Barockzeiten hieß das Partizip Perfekt Passiv von „rächen“ „gerochen“ und nicht „gerächt“. Die 3 Heiligen Zungen, die das „gerächt“ haben, im Sinne von „wiedergutgemacht“, beziehen sich auf die Flammenzungen des Pfingstereignisses und auf die Dreifaltigkeit. Man hatte es „damals“ eben sehr mit der Zahlenmystik (siehe auch Johann Sebastian Bach) als Teil der damaligen Spiritualität und Alchimie. Es geht so in Richtung Kabbala. Eine Gebetsaufforderung, die dazu anregt, sich öfters mal mit Glaubensinhalten zu beschäftigen. Die Zahl 5 aber bezieht sich mit Sicherheit auf die fünf Gesätze des Rosenkranzes. Das ist alles. Also keine Hinweise auf ungesühnte Verbrechen und geisternde untote Zungen, die alte Schrecken ausplaudern wollen. Nichts dergleichen. Ganz harmlos. Ein Text, der zur Meditation einlädt. Und ein Gruß aus „främmeren Zeiten“ als unseren 🙂 Lieben Dank fürs Zeigen und Teilen

    • Martina
      21. April 2017

      frömmeren – nicht främmeren. Entschuldige….

    • Martina Goernemann
      21. April 2017

      … Wow! Martina, du bist ja ein kirchenhistorisches Lexikon! Ich bin tief beeindruckt! Ist das dein Beruf? Wenn wir Raumseelen unseren Grips zusammenlegen sind wir unschlagbar! Toll! Herzlich! Die andere Martina

    • Lilli
      21. April 2017

      Martina, ich bin absolut beeindruckt! Du scheinst dich ja wirklich gut damit auszukennen! Ich habe halt nur die Infos des alten Herren gehabt und seine Vermutungen bzgl. eines Blutsegens beziehen sich wohl auf die schlimmen Vorfälle, die es hier zur entsprechenden Zeit unzweifelhaft gab und auf die Zahlenreihe links, die seiner Meinung nach eine Verschlüsselung von heidnischen Sprüchen waren, welche man zur Abwehr von Unheil nutzte. Die Interpretation von Verrat usw. ist auf meinem Mist gewachsen. Wie dem auch sei, ich freue mich auch über einen „normalen“ Haussegen.
      Wieder ein tolles Beispiel von Schwarmintelligenz! 🙂

      • Bauke
        21. April 2017

        Hallo Lilli,
        war auf Deinem Blog und habe Dir da schon geschrieben,vielen Dank fürs zeigen!

      • Martina
        22. April 2017

        Liebe Lilli, als ich Deine Geschichte las, dachte ich zunächst an Theodor Storm. Im „Schimmelreiter“ wird ein totes (oder lebendiges?) Tier (Katze? Hund?) in den Deich miteingebuddelt, damit das Bauwerk auch hält. Insofern finde ich einen friedlichen Haussegen nicht weniger spannend, aber unendlich sympathischer. Freu Dich, dass ein lieber Hausbewohner daran gedacht hat, Euch mit seinen Segensformeln vor Schaden an Gut, Leib und Seele schützen zu wollen. Ich finde auch, dass solch kostbaren Nachrichten aus alter Zeit am Fundort verbleiben müssen. Und Deine Puppenstuben und -schulen sind ja unglaublich schön, richtige Meditations- und Nachdenkstücke. Haben eigentlich irgendwann kleine Finger in diese winzigen Schulheftchen geschrieben? Ich hab nämlich ne ganze Schulbuchproduktion für meine Puppe aufgemacht, die Heftchen und Büchlein, die ich als Kind gebastelt, gemalt, geschrieben hab, stecken immer noch im Puppenschulranzen, den sie zum ebenfalls von mir gehäkelten Wollkleid trägt. Eine Puppenschule hatte ich zwar nicht, aber ich bastelte mir eine aus Kartonverpackungen und Bauklötzchen und dann fand die Schule auf dem Fussboden im Kinderzimmer statt. Schulpflichtig war von der Puppe bis zur Badeente eigentlich alles, was mir in die Finger kam. 🙂

        • Lilli
          22. April 2017

          Nein, in die kleinen Schulhefte hat leider niemand reingeschrieben, die sind nämlich von mir erst hinzugefügt worden. Aber – und um damit nochmal zum eigentlichen Thema hier zu kommen – wir besitzen noch einige alte Schulhefte von unseren Müttern und Großmüttern . DAS sind auch richtige Schätze! Schönschrift und Ordnung im Heft waren damals enorm wichtig und so manchmal würde ich mir heute etwas mehr davon wünschen…
          Liebe Grüße Lilli

  • Bauke
    22. April 2017

    Hallo Claudia,
    ich hoffe alles ist gut gegangen.
    Wenn es stimmt,was so über die Medien kommt,ist es ja zum grössten Teil friedlich verlaufen.
    Einen hoffentlich ruhigen Abend. LG Bauke

  • Heike Frank
    8. Mai 2017

    habe ein bißchen geknobelt
    Kiste:
    An Emsch…
    Herrn Josef ….mann (sehr wage: evt ……ermann? selber Name auf Papierschnipsel)
    Apotheker (=großes Wort in der Mitte)

    auf dem Zettel heißt es auf jeden Fall „Zucker“ nicht Butter
    gruß Heike

    • Martina Goernemann
      9. Mai 2017

      Du kriegst das goldene Raumseele-Detektivmützchen verliehen. :-)))) Herzlich! Martina

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