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Schlau

Mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen

Weiß jemand von euch warum man in Bayern mit dem Ofenrohr ins Gebirge schaut?
Man sagt das hier, wenn einem etwas misslungen ist. Oder wenn es nicht so gelaufen ist wie man wollte.
Ich mag den Spruch gern, vor allem wenn er mit gerolltem „R“ vorgetragen wird.
„Gell, da schaugst jetzt recht blöd mi’m Ofenrohr ins Gebirg‘!“ … so ungefähr klingt das hier in München und um München herum.  Aber warum?

Neulich fiel mir der Spruch wieder ein als sich spontan alpenländische Wochen bei uns zuhause einstellten.
Ich hatte bei meinem Gärtner ein Töpfchen mit Enzian entdeckt und weil ich blaue Blüten so gern mag, musste der Topf natürlich mit.
Auf dem Heimweg fiel mir ein dass ich eine Tasse im Schrank habe, auf der ein Enzian aufgemalt ist.
Ein Flohmarktfundstück. Und eigentlich auch keine Tasse sondern ein Haferl, denn in Bayern werden große Tassen nicht Tassen, sondern Haferl gerufen.
Jedenfalls schaute ich Zuhause sofort nach dem Haferl mit dem Enzian. Fand es und trank eine ganze Woche meinen Kaffee daraus.

Und dann liefen sie mir plötzlich von allen Seiten zu; die alpenländischen Geschirrteile.
Erst ein Becher, dann noch ein Haferl und ich trau‘ mich wetten, dass sich sie Serie auf dem nächsten Flohmarkt fortsetzen lässt. Ich hab übrigens gestern auf dem Flohmarkt in Belgien einen „Kräutergarten“ gefunden. Lasst euch überraschen :-))) Ich mach‘ euch demnächst ein Foto.

Ich kann mich unglaublich über solche Kleinigkeiten freuen! 
Und manchmal   -seid ehrlich, ihr kennt das auch-  braucht man einfach ein bisschen Kitsch für die Kinderseele. Stimmt’s?

Passt gut auf eure Kinderseele auf! 
Versprochen?
Und wenn eine Raumseele weiß, welch‘ tiefer Sinn im Spruch mit dem Ofenrohr liegt, dann möge sie doch bitte schreiben. :-))))))

By Martina Goernemann, 10. Juli 2017
  • 9
9 Comments
  • eclectichamilton
    10. Juli 2017

    Guten Morgen Martina, ich liebe Sprichwörter. Und deines ist heue ganz besonders schön.
    Für mich besagt es, dass man etwas macht / machte was nichts bringt. Denn eigentlich braucht man ein Fernrohr um ins Gebirge zu schauen.
    Und ja, über solche Kleinigkeiten freue ich mich auch immer sehr. Ich denke, das ist typisch Raumseele, oder?
    GLG und einen guten Wochenstart wünscht Ines

  • Susann aus Hannover
    10. Juli 2017

    Guten Morgen liebe Martina und alle Raumseelen,
    ja, dein Sprichwort gefällt auch mir sehr gut! Daß dir Sachen gleich „rudelweise“ zulaufen hast du doch schon öfter erlebt? Ich erinnere mich, daß es auch mal mit den Heiligen-Figuren so war, als du Beistand brauchtest gell?
    Ich glaube, ich habe mir meine Kinderseele gut bewahrt, denn ich nahm wie einst Pipi Langstrumpf eine Kummuluspille, um nie erwachsen zu werden.:-) Kennt ihr die Geschichte von Pipi und diesen besonderen Pillen?
    Jede Raumseele sollte das Kind in sich bewahren, den „erwachsene“ Menschen gibt es schon zu viele auf der Welt! Findet ihr nicht auch?
    In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine schöne Woche!
    Lieben Gruß von Susann aus Hannover

  • Susanne aus Frankfurt
    10. Juli 2017

    Wunderschöne Bilder zum Wocheneinstieg, liebe Martina! Es ist immer lustig, wenn drinnen steckt, was vorne drauf ist, finde ich.
    Das mit dem Ofenrohr kenne ich nicht. Ich glaube, im Rest der Republik „guckt mit in die Röhre“, oder? Auch da kenne ich den Ursprung nicht.
    Einen schönen Montag wünscht aus Frankfurt
    Susanne

  • atelierjeaninegraf
    10. Juli 2017

    Liebe Martina, liebe Raumseelen
    In der Schweiz sagen wir : „…i d’Röhre gluegt“ Es hat jedenfalls nichts mit dem Fernsehen zu tun, da der Ausdruck älter ist, als es diese Errungenschaft gibt. Dr. Google hat mich etwas schlauer gemacht, weiss aber auch nicht ganz genau den Ursprung: Es könnte aus der Jagdsprache her kommen: Jäger und Hund schauen in die „Röhre“, gemeint ist der Dachsbau, wenn es dem Dachs gelingt, sich dorthin zurück zu ziehen. Weder Jäger noch Fuchs passen dort hinein. Also gehen sie leer aus. Oder aus dem Krieg, wenn ein Soldat sein Rohr nachladen musste, schaute er zuerst hinein, ob es auch leer war…. mir gefällt jedoch die Version mit dem Dachsbau definitiv besser:)) Ich wünsche euch einen ganz schönen Start in die neue Woche und „schaut möglichst nicht ins Ofenrohr“ ! Herzlich Jeanine

  • allegriaslandhaus
    10. Juli 2017

    Haha, den Spruch mit dem Ofenrohr kenne ich auch. Üblich ist hier im Norden allerdings die Röhre, in die man schaut. Nee. mir laufen die Dinge nicht wirklich gehäuft zu. Oder ich habe den Blick nicht genug geschärft? Bin auf den belgischen „Kräutergarten“ gespannt.
    Liebe Grüße
    Karen

  • Sunnys Haus
    10. Juli 2017

    Moin :-),

    ich kenne auch „da guckste in die Röhre“. Mit dem Ofenrohr ins Gebirge ist ja witzig. Würde mich auch interessieren, was da der Hintergrund ist.

    Die Tassen sind wunderschön ! Bin sehr gespannt, was Dir da noch so zugelaufen ist.

    Kinderseele bewahren ist super wichtig, das finde ich auch. Ich freue mich auch oft über vermeintliche Kleinigkeiten. Eine neue Blüte im Garten, dass die Sonne scheint (wenn sie denn mal scheint), dass ich einen freien Tag habe oder mich die Katze besucht. Ich glaube das ist das, was Glück wirklich ausmacht.

    Liebe Grüße
    Birgit

    • Longine Reichling
      11. Juli 2017

      Liebe Birgit! Meine wunde Kinderseele werde ich nie wieder auspacken! Aber an allem, was du so toll beschreibst, kann ich auch als Erwachsene(60) meine Freude haben. Ich finds richtig: An Kleinigkeiten macht sich das Glück fest! Alles Liebe Longine
      PS: Danke, Martina, für die tollen Bilder!

  • Claudia
    11. Juli 2017

    Liebe Martina, Deine Enziantasse erinnert mich an eine alte Porzellandose meiner verstorbenen Tante, die ich bei der Wohnungsauflösung gesichert hatte. Leider ist der Knauf abgebrochen und ich „müsste ihn unbedingt mal wieder ankleben“. Leider bin ich in solchen Sachen furchtbar motivationslos, versehen mit hoffnungsloser Aufschieberitis. Den Spruch mit dem Rohr kenne ich nicht, obwohl mein Onkel ja handfester Bayer vom Starnberger See war. Aber das hat er irgendwie nie gesagt. Hm…
    @ Frauke: Danke, dass Du an uns gedacht hast beim G20-Gipfel und auch beim CSD. Mein Mann ist diesmal drum herum gekommen und hatte ein freies Wochenende. Schlimm, was in Hamburg so alles passiert ist. Ich frage mich sowieso, wieso müssen die Politiker solche brisanten Gipfel in einer Stadt wie Hamburg abhalten? Könnten Sie nicht irgendwo in die Pampa gehen und dort ihre Gespräche abhalten? Naja, Politik…

    Bist Du noch in Belgien, Martina? Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude bei allem, was Du tust!
    Liebe Grüße aus dem Kellerbüro (gerade fällt ein Sonnenstrahl durch’s Gitter…). Claudia

    • Martina Goernemann
      11. Juli 2017

      Die Chaoten in Hamburg haben mich richtig wütend gemacht, Claudia. Belgien und Holland ist „erledigt“. War wie immer schön und arbeitsreich und jetzt gerade muss ich schauen, dass ich mich durch die elektronische und die echte Post durcharbeite. Herzlich! Martina

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