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Schön

Schwule Männer wohnen schöner?

Wenn wir Frauen über Wohnen reden, sind wir meist unter uns. Männer haben andere Themen.
Jedenfalls die Männer, die die meisten von uns Zuhause haben oder hatten. Diese Männer – Version ist meist zufrieden mit einem Flachbildschirm und einem weich gesessenen Sofa, das im richtigen Winkel zur Bildachse steht. Der Mann an sich mag Veränderung in den eigenen vier Wänden nur sehr bedingt und hasst Streublümchen. Sowohl auf Tassen als auch auf Sofakissen.

Andreas Haumesser mag seine Wohnung und er mag sogar Veränderungen darin.
Er wohnt wohnt schön! So schön, dass er und seine Wohnung sogar Teil des herrlichen Westwing Buches „Homestories“ von Delia Fischer wurden.

Wir kennen uns von verschiedenen Veranstaltungen, denn er betreibt eine kleine, feine PR-Agentur in München.
Seit ich weiß, mit wie viel Geschmack und Gefühl er die Münchner Wohnung für sich und seinen Lebensgefährten eingerichtet hat, wusste ich, dass er der Richtige ist. Der Richtige um mir endlich zu einer brauchbaren Antwort auf eine Frage zu verhelfen, die mich schon lange beschäftigt: Wohnen schwule Männer wirklich schöner?

MG:
Schwule Männer sind Topvisagisten, können Blumensträuße, Frisuren und Mode … Haben homosexuelle Männer ein besonderes „Schön-Gen“?
AH:
Da antworte ich gleich mit einem eindeutigen JEIN. Sicher gibt es viele Schwule, die in den oben genannten Bereichen super sind – aber es gibt auch genauso viele, die keinen oder ganz wenig Geschmack haben. So kenne ich Apartments von Freunden von top gestylt über prächtiger Altbau mit Design-Klassikern und toller Kunst – aber auch Wohnungen, wo putzige Zinnfigürchen auf Häkeldeckchen in den vier Ecken des Beistelltisches platziert sind oder ein Berg Kuscheltiere im Wohnzimmer mit auf der Couch sitzen – alles kann, nichts muss !

M.G.
Warum ist es aber deiner Meinung nach so, dass viele schwule Männer auffallend viel Sinn für Schönes haben?
A.H.
Bestimmt liegt es daran, dass der Sinn für Schönes genauso angeboren ist, wie das Schwulsein überhaupt. Stil hat man oder nicht. Aber wie vorher bereits gesagt, gibt es auch viele Ausnahmen. Auch modisch – wer es nicht glaubt, dem empfehle ich einen Urlaub auf Gran Canaria …

M.G.
Der ewige Kampf der Geschlechter! Frau: Duftkerze und Kissen, Mann: Stahlrohr und Megabildschirm. Gibt es ähnliche Kämpfe auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren?
A.H.

Oh ja – als ich mit meinem Partner vor vierzehn Jahren zusammengezogen bin, mussten auch einige Dinge weichen. So hat zum Beispiel meine B&O Anlage den Stereo-Tower ausgestochen. Ansonsten gilt bei uns das Motto: wer zahlt, schafft an – und das bin, wenn es um Interior geht, meistens ich. Und oft bleibt eine Neuanschaffung auch mal wochenlang unentdeckt… Außer, es ist eine Duftkerze – bei Duftkerzen reagiert er meist gereizt – auch wenn sie von Jo Malone sind. Die muss ich dann immer heimlich anzünden…
Etwas spleeniger bei einem Freundespaar: da werden sogar die Größen von Christbaumkugeln thematisiert und auch ausgiebigst vor und nach dem Kauf diskutiert. Führte letztendlich dazu, dass die „zu großen“ umgetauscht werden mussten.

M.G.
Wir sehen die Bilder deines Zuhauses … Beschreib‘ es doch mal mit Worten für uns.
A.H.

Unser Zuhause würde ich als bunten Mix aus Altbau, Design, Vintage und Kuriositäten beschreiben, in dem man sich sehr wohl fühlt und vor allem merkt, dass darin gelebt wird. Besonders die Wohnküche ist bei unseren Gästen sehr beliebt und wird des Öfteren nach dem Dinner zur „Kitchen-Disco“…

M.G.
Wie definierst du für dich „Gemütlichkeit“?
A.H.
Gemütlichkeit bedeutet für mich, sich wohlzufühlen und auch Gästen dieses Gefühl zu vermitteln. So wäre es für mich undenkbar, Gäste zu bitten ihre Schuhe in der Wohnung auszuziehen oder noch schlimmer, das benutzte Hermes Geschirr und Silber Besteck nach dem Essen mit abspülen zu müssen (ist uns tatsächlich schon passiert). Da würde ich entweder zu einem entspannten Umgang (mein Porzellan & Silber kommt in die Spülmaschine) oder zu Hauspersonal raten.

M.G.
Kannst du auch Handwerk? Also Stichsäge und Dampfstrahler?
A.H.
Unbedingt ! Mein Großvater war Schreinermeister und sein Bruder Schuhmachermeister. Ich bin also zwischen Hobelspänen und Lederstücken aufgewachsen und habe von klein an handwerklich viel gelernt. Mit meinem Vater habe ich Holzdecken angebracht – da war ich gerade in der 3. Klasse. Als Teenie habe ich mein erstes Geld mit getöpferten Vasen, Tieren und Objekten verdient, die ich auf Hobby-Künstlermärkten verkauft habe. Ansonsten wurden von mir schon diverse Schränke abgebeizt, lackiert (sogar mit Schellack) und geschliffen, Wände und Decken tapeziert und gestrichen, Stühle selbst gepolstert, sowie Tischdecken, Kissen und Vorhänge genäht.

M.G.
Was bedeutet „Zuhause“ für dich?
A.H.
Mein Zuhause ist für mich Rückzugsort und Entspannung. Ich bin super gerne unterwegs und viel auf Reisen – aber wenn ich zuhause die Türe aufsperre, bin ich einfach happy. Und natürlich im eigenen Bett zu schlafen.

M.G.
Du machst PR für viele Firmen und bist oft unterwegs … zweigst du auf deinen Reisen Zeit ab um nach neuen Fundstücken Ausschau für deine Wohnung Ausschau zu halten?
A.H.

Das mache ich, wenn etwas Zeit übrig ist bzw. immer, wenn ich in Mailand, Stockholm und Kopenhagen unterwegs bin – dann durchforste ich Showrooms und neue Design Stores. Ich habe ein Faible für Italienisches und Skandinavisches Design und mixe das auch entsprechend zuhause.

M.G.
Gehst du auch auf Flohmärkte?
A.H.
Ja – aber nur zum Stöbern und Kaufen. Und auch nur tagsüber – mit Taschenlampe morgens zwischen 5 und 6 Uhr wird man mich dort nicht finden. Früher war der Riesen-Flohmarkt auf der Theresienwiese mein Favorit – aber inzwischen ist er so überlaufen und es gibt entweder Dinge mit entsprechenden Preisen (da kann man sie auch gleich im Vintage Design Laden kaufen) oder Zeug, das eher in den Müll gehört als auf den Flohmarkt. Mein Tipp (für München) ist die Auer Dult – dort lässt es sich gemütlich stöbern und man hat in einer Stunde in den drei Trödel-Gassen alles gesehen.

M.G.
Wenn du nach einem anstrengenden Tag nach Hause kommst, was machst du üblicherweise als erstes?
A.H.
Im Winter wird Wasser für einen Tee aufgesetzt und im Sommer die Balkontüre und ein Augustiner Helles geöffnet.

M.G.
Was geht für dich gar nicht beim Wohnen?
A.H.
Nachbildungen/Fakes – ich habe schon immer gezielt auf einzelne Design Pieces gespart und mir dann immer das Original gekauft. Bei begrenztem oder kleinen Budget empfehle ich auf ebay und ebay Kleinanzeigen zu suchen – da findet sich auch immer ein (Design)Schnäppchen…

M.G.
Deine goldene Wohnregel lautet?
A.H.
Nichts überstürzt kaufen. Gerade wenn man umgezogen ist, sollte man erst mit ein paar „alten“ Teilen arrangieren und dann mit der Zeit feststellen, wo man etwas ergänzen/ändern möchte. So erspart man sich Fehlkäufe.

Schön war das „Wohnen gucken…“ bei dir, Andreas. Gibt es noch Kaffee? Ich bleib noch ein bisschen! 

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von Westwing!

36 Comments
  • Longine Reichling
    18. April 2017

    Liebe Raumseelen!
    Genau so ist es: Stil hat man oder eben nicht. Ob schwul, lesbisch oder hetero spielt glaub ich, überhaupt keine Rolle! Danke Andreas für das ehrliche und interessante Intervieuw, deine Wohnung ist super! Alles Liebe Longine

  • Eclectic Hamilton
    18. April 2017

    WOW! Was für ein toller Stil! Ganz genau mein Geschmack.
    Aber ich denke, die Frage ist, wie Andreas schon sagt, nur mit Jein zu beantworten. Es gibt solche und solche. Wie bei den heterosexuellen Männern eben auch.
    Vielleicht sollte mal repräsentativ eine große Menge an Männern aus beiden Lagern befragt werden und die Ergebnisse prozentual umgerechnet werden. Dann würden wir der Sache evtl. etwas näher kommen ;-)).
    Liebste Grüße von Ines

  • Kläre
    18. April 2017

    Guten Morgen liebe Martina
    ja,so kenne ich auch eine Wohnung von einem (leider verstorbenen Homo.Freund ),so viel Feingefühl haben wirklich nur schwule Männer….eine sehr schöne Wohnung…
    natürlich ist wohnen immer eine Geschmacks Frage ,und Geschmack ist relativ..aber ich denke sie haben immer ein Gefühl für Details…für mich ist immer der Geruch einer Wohnung ausschlaggebend…wenn eine Wohnung ungelüftet ist,habe ich ein Problem…ich wünsche Dir eine schöne Woche….Kläre

  • Lydia Hunglinger
    18. April 2017

    Guten Morgen, liebe Raumseelen,
    ich finde wenn Männer soviel Sinn für Schönes bis ins kleinste Detail haben, dann sind sie homosexuell.
    Habt einen schönen Tag.

  • Bettina
    18. April 2017

    Ein sehr sympathischer Mensch mit einem Händchen fürs Wohnen. Danke für den Einblick, liebe Martina, lieber Andreas.

  • gertrudcarey
    18. April 2017

    Good morning from Ireland Martina and Andreas and RoomSouls

    Heute wurde ich wieder vom Sonnenaufgang geweckt, ich brauche dazu nicht aufzustehen und muss nicht mal den Kopf heben….nur die Augen öffnen, und oft habe ich das Gefühl dass mein Platz hier auf der Insel besonders nah am Himmel ist.

    Lieber Andreas, Du hast Stil und Geschmack und überlässt nichts dem Zufall, was das Wohnen betrifft meine ich. Und trotzdem wirkt Dein Zuhause nicht steril sondern einladend und sehr gemütlich, ich denke Du könntest viele spannende Geschichten erzählen über Dein Wohnen und Leben, ich würde Dir gerne zuhören….mir gefallen ganz besonders Deine Blumen, die Farben und wie Du sie arrangierst. Sind das etwa Pfingstrosen, diese rosaroten Schönheiten? Und in diesen edlen Vasen werden sie zum Kunstwerk! Pfingstrosen gehören zu meinen Lieblingsblumen, und gleich oberhalb noch das Bild von Audrey Hebpurn, ( ich liebe diese Frau)

    Mir fällt auf dass Du viele Bilder an den Wänden hast, ich finde, etwas vom schwierigsten beim Einrichten ist das Platzieren von Bildern, dass es ein harmonisches Ganzes ergibt. Da habe ich persönlich nicht so viel Mut.

    Ich kann nicht beurteilen ob schwule Männer mehr Gefühl haben was das Wohnen und Einrichten betrifft, aber es ist eine Tatsache dass in künstlerischen und kreativen Berufen viele schwule Männer anzutreffen sind. Oder liege ich da falsch?

    Danke fürs Wohnen gucken Andreas, ich wünsche mir noch mehr männliche Raumseelen hier im Blog, und danke Dir Martina, eine ganz besonders interessante Home Story hast Du uns heute geschenkt.

    Liebe DANIELA, bist Du noch in der Toskana? Dann wünsche ich Dir einen schönen Aufenthalt an diesem paradiesischen Ort.

    Liebe FRAUKE, ich freu mich wenn Dich meine Irischen Geschichten berühren…und meine Schätze sind heil angekommen, sie sind noch nicht alle platziert, der Garten hat vorrang im Moment, wobei die Umgebung grad mehr wie eine Baustelle denn wie ein Garten ausschaut..

    Happy day to you all
    regards gertrud

    • Andreas Haumesser
      18. April 2017

      Liebe Gertrud,
      vielen Dank – und ja, es sind Pfingstrosen – ebenfalls eine meiner Lieblingsblumen ! Die Vasen sind WMF Ikora – hergestellt zwischen den 30er und 60er Jahren – findet man immer mal auf de Flohmarkt oder bei eBay…
      Dir ebenfalls einen schönen Tag & Grüße nach Irland,
      Andreas

    • Kläre
      18. April 2017

      Liebe Gertrud
      Du bist ja wieder glücklich in Deiner zweiten Heimat..ich freue mich sehr für Dich,hab eine schöne Zeit,und laß es Dir gut gehen,sei lieb gedrückt…KLäre

      • gertrudcarey
        18. April 2017

        Oh liebe Kläre ich danke Dir, ja ich gebe mein Bestes, da ist soviel Arbeit im Garten, ich setz mich immer mal wieder hin, geniesse ‚a nice cup of tea‘, und lausche den Vögeln.
        Sei herzlich gegrüsst, and a big hug to you.
        gertrud

  • Katrin
    18. April 2017

    Tolle Bilder, wunderbare Wohnung!:)
    (-…würde nur bei uns mit fünf Kiddies nicht lange so bleiben;-)…! Aber wunderbar anzusehen:)!)
    Dankeschön !:)

  • Ruth B.
    18. April 2017

    Guten Morgen liebe Martina, lieber Andreas und Liebe Raumseelen…. Danke schön fürs Wohnen zeigen. Ich denke, das es egal ist ob Mann oder Frau oder ob heterosexuell oder homosexuell, manche Menschen haben Stil und einen Sinn fürs Wohnen und manche eben nicht. Wichtig ist doch der Charakter und Raumseelen haben das Herz am rechten Fleck… Liebe Grüße Ruth

  • Gabi
    18. April 2017

    Guten Morgen alle zusammen!
    Sehr, sehr schön!
    Diese tolle Farbzusammenstellung – grau, schwarz, weiß, kombiniert mit Silber und einzelnen alten Möbelstücken – genau, wie ich es mag! Wände, Vorhänge, Bilder, Blumen und Möbel, dazu die wunderbaren hohen Fenster – sehr harmonisch. Besonders gefällt mir der Teewagen mit dem Silber und der Orchidee und dazu diese schönen Stehlampen! Ich liebe Bilder in schwarz-weiß und Blumen in weiss oder rosé und hier ist alles so schön arrangiert. Das Fell und die Geweihe sind nicht so meins, aber ich kann nur ein großes Kompliment aussprechen: so eine geschmackvoll eingerichtete Männer-Wohnung mit so viel Liebe zum Detail hab ich noch nicht gesehen! Gut gemacht, Andreas, sehr schön!
    Ich wünsche allen eine angenehme Woche! Gabi

  • Regula
    18. April 2017

    Sehr schöner Beitrag. Vielen Dank für den Einblick in diese tolle Wohnung.
    Wünsche allen Raumseelen einen wunderschönen, guten Tag.
    Liebe Grüsse Regula

  • Christina
    18. April 2017

    Liebe Martina, liebe Raumseelen
    „Wohnen schauen“ ist immer wieder Freude pur. Bei Andreas ist das besonders interessant und auch lehrreich. Vielen Dank dafür!
    Bei mir ist ein Stilmix par excellence die Basis. Gerade gestern habe ich in einem Buch geblättert und mich spitzbübisch freuen können über so vieles und dabei erkannt, ja genau so vieles daraus könnte auf mich passen.
    Dass sich viele verschiedene Menschen aus verschiedenen Schichten unserer Gesellschaft trotzdem wohlfühlen hat wohl etwas damit zu tun, dass die Ideen von Herzen kommen, authentisch sind und mit viel Liebe und Freude umgesetzt wurden.
    Allen einen schönen warmen Tag, das muss heute und in den nächsten Tagen von innen kommen….bei uns sind am Donnerstag Schnee und minus 3 Grad angesagt. Frühling wo bist du??? Herzlichst Christina

    • Kläre
      18. April 2017

      Liebe Christina
      hab Sonne im Herzen,bei diesem Wetter kannst Du Dich da am sichersten drauf verlassen…lb G. Kläre

  • Claudia
    18. April 2017

    Liebe Martina, vielen Dank für den Einblick in diese schicke, elegante und trotzdem gemütliche Wohnung! Ehrlich gesagt, habe ich schon oft bemerkt, wie ästhetisch und „aufgeräumt“ gerade schwule Männer wohnen. Ohne dabei die männliche Note zu verlieren, was ich auch interessant finde. Ich habe einen sehr lieben Freund und ehemaligen Nachbarn, der sich (nach langem Hadern) seit über 10 Jahren zum Schwulsein bekennt und seine Wohnung und die seines Mannes sieht ähnlich aus wie die von Andreas. Er ist Florist – was wieder wunderbar ins Klischee passt :-). Der Sinn für’s Schöne ist ihnen vermutlich oftmals in die Wiege gelegt und sie leben es auch entsprechend aus. Ich fand es jetzt mal wirklich sehr interessant und erfrischend in die Wohnung eines Mannes zu blicken (der zudem hervorragend aussieht!). Vielen lieben Dank dafür! Liebe Grüße aus Köln. Claudia

  • Monika
    18. April 2017

    Liebe Martina, lieber Andreas!
    Wirklich eine wunderschöne und sehr gemütliche Wohnung.
    Danke, dass wir schauen durften.
    Allen einen schönen Tag 🙂
    Liebe Grüße aus Wien
    Monika

  • Lilli
    18. April 2017

    Ich glaube, das ist Klischeedenken, dass schwule Männer sich grundsätzlich schöner einrichten. Es gibt solche und solche Typen, genau wie bei Heteros. Es mag aber sein, dass der Schwule, der sich öffentlich dazu bekennt, einfach eher gewöhnt ist, sich auszudrücken und seinen Stil auch deutlich sichtbar zu machen. Zu einem Paar gehören immer zwei und bei ehemaligen Arbeitskollegen habe ich oft beobachtet, dass sich zwei sehr gegensätzliche Typen angezogen haben. Der Eine sehr „weiblich“ und zartfühlend, liebte Kitsch und Kunst, sein Partner war ein bulliger Bauarbeitertyp, so ein Mann fürs Grobe. Aber genau solche gegensätzlichen Typen hat man auch bei Hetero-Paaren. In meinem Umfeld kenne ich viele Männer, die sich sehr wohl mit Einrichtungsfragen beschäftigen und aktiv mit entscheiden, während die Damen eher für die „Kleinigkeiten“, für Deko und Blumen usw. zuständig sind. Mein Mann hatte ein sehr eigenwilliges Jugendzimmer (dunkelbraune Wände mit afrikanischen Decken behängt, dazu Avantgarde-Poster und alte Straßenschildern….räusper), heute lässt er mir zum Glück sehr freie Hand und ich mache einfach, was mir einfällt. Einzig der Sofakauf muss abgesegnet (und probegelegen) werden. Eine Freundin von mir mir würde niemals etwas anschaffen, ohne vorher den Mann zu befragen, andere verändern radikal, ohne dass es dem Herrn Gemahl überhaupt auffällt. Und all das gibt es bei Homosexuellen genauso wie bei Heteros – mit dem einen (von mir vermuteten) Unterschied, dass Männer, die sich offen dazu bekennen schwul zu sein, vielleicht auch offener sind, ihren Geschmack zu zeigen.

  • Martina
    18. April 2017

    Lieber Andreas – dass Du gleichgeschlechtlich glücklich bist, sieht man Deiner Wohnung eher in Details an, denn ich kenne den Hang zu Orchideen, Fotos im Mapplethorpe Stil, an der Wand Lagerfeld, Hepburn und Callas tatsächlich nur aus Wohnungen, in denen sich XY zu XY paart.

    Im übrigen gebe ich Dir recht, eine Wohnung wie diese könnte auch einem XY einfallen, der auf Weiblein steht. In unserer Wohnung ist es hauptsächlich mein Mann, der für die Inneneinrichtung sorgt und Deine Wohnung ist ganz genau sein Stil:

    Schön polierte HistorismusKommoden im warmen Holzton, der Midcentury-Sessel, die Kissen mit dem Ethno-Stoff, natürlich dieser Teewagen/Bar Glas/Metall und spiegelnde Flaschen, das Silber, das gefällt. Sehr chic. Statt Kommode hat mein Mann allerdings einen HistorismusSchreibtisch und ich hab ihm einen Perser von 1910 dazu ins Arbeitszimmer gelegt.

    Also, ich glaube nicht, dass Schön-Wohnen eine Geschlechterfrage ist. Aber auch ich würde mir mehr Herren in der Einrichtungsrunde wünschen.

  • Martina
    18. April 2017

    Lieber Andreas – nun war ich doch so geflasht von den Bildern oben, dass ich auf westwing nachgucken musste: super super super……!!!! Das würde uns beiden – meinem Mann und mir gefallen. Und den Kindern auch (ok, ok, Töchterchen braucht ihren Schminktisch). Die Ikora-Teile sind ganz unser Ding, die Porzellanskulpturen, das Silber, das Malachitglas, die Leuchter, Lampen. Die Kommode…..ist das eigentlich Krokodil mit Widdergehörn? Sie sieht so nach Abenteuer, weiten Reisen, fernen Ländern aus….. jedenfalls „hat sie was“ ….. Grüße

    • Andreas Haumesser
      18. April 2017

      Liebe Martina,
      vielen Dank ! Und ja, die Kommode ist mit Hörnern und Krokodil Leder besetzt. Sie muss in den 20ern von einem Abenteurer umgearbeitet worden sein, der vermutlich seine Jagdtrophäen dafür verwendet hat. Ich habe sie vor einigen Jahren hier in München bei einem Händler entdeckt…
      Herzlichst,
      Andreas

      • Martina
        19. April 2017

        Lieber Andreas,
        sehr schön, gefällt mir sehr. Nach 1920 sieht die Sache tatsächlich aus, es harmoniert mit den Fellen. Sehr stimmig, sehr gelungen. Herzlichen Glückwunsch dazu. Auch die bestickten Hosenträger find ich super – ich hatte mal meinem Mann versprochen, solche für ihn anzufertigen, stehe aber noch in seiner Schuld. Das Wertschätzen gelungener Handarbeit ist meiner Meinung nach eine typisch italienische Eigenschaft, denn auch Caruso sammelte Handarbeiten, beispielsweise Spitzen. Herzlichst

  • Karen Heyer
    18. April 2017

    Wunderbare Wohnung und ein wunderbares Interview! Ich schmachte gerade die traumschöne Kommode an. Dieser warme Holzton ist mein Favorit. Meine deutlich schlichtere aber ähnliche Kommode (meilenweit entfernt von dieser) habe ich aus ebay-Kleinanzeigen. In der Tat immer einen Besuch wert, kann ich bestätigen.
    Danke Martina, Danke Andreas 🙂

  • Christel
    18. April 2017

    Wow!!!!! Toller Mix. Wunderschön mit so viel Liebe zum Detail. Ich bin schwer begeistert.
    Dass sowas nur Homomänner hinbekommen mag ein Vorurteil sein. Die Heteromänner, die ich allerdings kenne, haben nicht so den Blick für schöne Details. Die mögen meist auch keine Veränderung. Frei nach dem Motto „Never change a running System“.
    Danke fürs gucken dürfen
    Christel

  • Andreas Haumesser
    18. April 2017

    Liebe Raumseelen,
    vielen Dank für die Komplimente zu unserer Wohnung und ich freue mich sehr, dass auch fleissig über das Thema „Schwule Männer wohnen schöner ?“ diskutiert wird ! Viele von euch bestätigen ja das berühmte Klischee – berichten von Ausnahmen und natürlich auch davon, dass viele Hetero-Männer einen super Stil haben und sich dem Thema Interior nicht verschließen (davon kenne ich zum Glück auch einige Exemplare ;-)…
    Last, but not least: ein großes DANKESCHÖN an Martina für das tolle Interview und dass wir zueinander gefunden haben !
    Herzliche Grüße und allen einen schönen Abend,
    Andreas

  • Katrin aus dem Norden
    18. April 2017

    Moin, Moin!

    Danke fürs „Wohnen gucken“! In echt würde bei mir wahrscheinlich der Kaffee kalt werden.
    Es ist immer wieder spannend zu sehen, was es alles für Einrichtungs- Möglichkeiten gibt.
    Und bald können wir uns wieder über Pfingstrosen freuen.

    Viele Grüße von Katrin

  • Martina aus dem Moos
    18. April 2017

    Liebe Raumseelen, liebe Martina,
    Lieber Andreas, du wohnst unglaublich schön und mit so viel Gefühl hast du eure Wohnung eingerichtet, da fühlt man sich schon beim Bilder gucken wohl. Es ist doch egal wie Gott uns geschaffen hat, das hat ja nix damit zu tun wie einer wohnt und ich finde du bist eine tolle, männliche Raumseele, ehrlich. Danke liebe Martina, dass du uns diesen sehr schönen Einblick ermöglicht hast.
    Ich wünsche euch allen einen schönen Abend
    Herzlichst Martina

  • Sebastian
    19. April 2017

    Meine Fresse, als ob niemand merken würde, dass sämtliche Bilder „gestaged“ sind… Ich sag nur blaue Tasche neben blauem Blumenstrauß am Küchentisch…
    Warum können wir alle nicht einfach mal einen Gang runterschalten und bitteschön ganz normal sein und zeigen wie wir WIRKLICH wohnen?
    *augenroll*

    • Martina Goernemann
      19. April 2017

      Deinen Kommentar verstehe ich nicht, Sebastian. Ich wohne auch inmitten größtmöglicher Farbharmonie und würde mir energisch verbitten, dass du meine Wohnung als „gestaged“ bezeichnen würdest. Es gibt Menschen, die WIRKLICH so wohnen. Echt! Herzlich! Martina

    • Andreas Haumesser
      19. April 2017

      Lieber Sebastian,
      Du hast die blaue Tasse übersehen – die haben wir auch extra für das Foto aus dem Schrank geholt…. Ich hätte sie aber auch in Gelb, Braun, Lila, Grün und Grau und dazu passende Taschen/Accessoires ebenfalls – von Blumen ganz zu schweigen… My Life is a Stage 😉
      Herzlichst,
      Andreas

    • Gabi
      20. April 2017

      An Mr. *augenroll*!
      Nach dem Kommentar mit dieser „freundlichen“ Anrede hab ich erst überlegt, ob ich dazu überhaupt schreiben sollte. Aber da du ja scheinbar denkst, wir wären alle etwas dumm:
      Wenn mich jemand fotografiert, zeige ich mich von meiner „schönsten“ Seite, d.h. zurechtgemacht, in Klamotten in denen ich mich wohlfühle und mit einem Lächeln. Wenn ich meinen Garten fotografiere, suche ich auch nicht die Stellen, wo das Unkraut oder der Kompostkasten steht, sondern die schönen Ecken mit den schönsten Blumen oder Bäumen. In unserem Haus ist jederzeit alles aufgeräumt, schön dekoriert mit frischen Blumen oder Zweigen und NATÜRLICH passt alles zusammen, damit es uns gefällt und wir uns wohl fühlen und gern hier wohnen. Da „schalt ich bestimmt keinen Gang runter“!

  • Bauke
    19. April 2017

    Guten Abend,
    zu der Kritik von „da oben“ fällt mir nur ein
    „De gustibus non est disputandum“oder vllt auch „Leben und leben lassen“… !
    Mir gefällt diese Wohnung unheimlich gut,
    geschmackvoll,edel und trotzdem wunderbar gemütlich und bewohnt.
    Eine gute Nacht für Alle und LG.

  • Angelika
    20. April 2017

    Eine tolle Wohnung! Die blaue Tasche ist mir auch ins Auge gefallen, und ich dachte, die passt nicht nur rein zufällig ganz genau dorthin! Warum sollte man sie dann nicht dekorativ platzieren? Das hat einfach mit Stilgefühl zu tun. Trotzdem sieht die Wohnung sehr bewohnt aus. Aufgeräumt auch, und das macht vielleicht den Unterschied zu Wohnungen, in denen Familien mit Kindern wohnen. Da muss man beim Styling überlegen, was man wo platziert, wenn die Kinder und die Wohnung eine Weile überleben sollen

    Herzliche Grüße, Angelika

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